Zeitungsartikel
Öffentliche Rasenfläche in privater Hand.

Die Stadtverwaltung Nieheim spricht von Modellcharakter.

In den vergangenen Jahren war die Stadt Nieheim bemüht, viele öffentliche Grünanlagen für die Bürger anzulegen. Das Bemühen um einen schöneren Ortscharakter wird von vielen Bürgern mit Interesse und Achtung honoriert. Man sieht aber auch den enormen Zeitaufwand zur Pflege der vielen grünen Ecken und Winkel. Pflege, die Geld kostet.

Gerade die vielen Kleinflächen sind sehr kostenaufwendig in der Pflege. Hier kann nicht rationell mit Einsatz von größeren Mähmaschinen gearbeitet werden. So beratschlagte eine Bürgerschaft aus Eversen, ob dem nicht abgeholfen werden kann. Die 7 Personen einigten sich schnell auf die Möglichkeit, öffentliche Rasenpflege in private Hand zu legen. Gespräche mit den Vertretern der Verwaltung führten zu dem Ergebnis, dass ab der Mähsaison 1982 in Eversen den interessierten Bürgern öffentliche Rasenpflege übertragen wird. Seitens der Verwaltung wurde in einer Sitzung des Ortsausschusses von Eversen von "Modellcharakter" gesprochen.

Was spricht für diese Regelung?
Zunächst eine Arbeitszeitfreigabe der städtischen Arbeiter für andere Aufgaben. Ein geringeres Kostenaufkommen, da Anfahrt zum Arbeitsort und Rückfahrt bei privatem Pflegedienst von vor Ort entfällt. Die Flächen liegen den Bürgern mehr oder weniger vor der Haustür. Nicht zuletzt ist zu bemerken, dass mit dem privaten Pflegedienst auch eine persönliche Identifizierung mit der Fläche einhergeht. Eine höhere persönliche Obacht über die gepflegte Grünfläche und die dort aufgestellten Bänke ist ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Dies ist ein wichtiger Faktor in einer Zeit, wo anonymisierte öffentliche Einrichtungen oft törichter Wutenfaltung mancher Leute ausgesetzt sind.

Um nun alle guten und achtenswerten Vorsätze der interessierten Bürger von Eversen stadtseitig zu unterstützen, wurde ein Rasenmäher zur Verfügung gestellt. Ferner wird der Einsatz privater Rasenmäher sowie der Zeitaufwand geringfügig entschädigt. Geringfügig heißt, dass lediglich eine Anerkennung ausgesprochen wird und somit privates Bürgerinteresse vorherrschen soll.

So wird man sehen, ob dieser Versuch, eine andere Richtung in dem Verständnis der Bürger zur öffentl. Hand zu schaffen, Nachahmung findet.


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Pflege öffentlicher Grünflächen durch Bürger

Seit Sommer dieses Jahres läuft im Ortsteil Eversen der Stadt Nieheim erfolgreich ein Versuch, kleiner öffentliche Grünflächen durch interessierte Bürger pflegen zu lassen. An Gerätschaften wurde stadtseitig ein kleiner Rasenmäher zur Verfügung gestellt. Natürlich übernimmt die Stadt auch die hierfür anfallenden Betriebskosten.

Ausgangspunkt für die Überlegungen, Bürger der Stadt anzusprechen und für eine sogenannte "Patenschaft" zu gewinnen, waren die hohen Kosten der Stadt, die für die Pflege kleinerer Grünflächen, die aufgrund ihrer ungünstigen Lge und geringen Größe für den städtischen Bauhof unwirtschaftlich un unterhalten sind, aufzuwenden sind.

Die an der Verschönerung ihres Ortsteils Eversen mithelfenden Bürger erhalten lediglich eine geringe Anerkennungspauschale für ihren Zeitaufwand und für den Einsatz ihrer privaten Rasenmäher.

Bisher ist diese Bürgeraktion mit Modellcharakter sehr gut angelaufen und die Stadt hofft, dieses Modell auch auf andere Ortsteile übertragen zu können, um so einerseits Steuergelder zu sparen und andererseits denn Bürger bei der Erhaltung, Gestaltung und Pflege der städtischen Grünflächen mit zu beteiligen. Zunächst einmal vielen Dank an die interessierten und engagierten Bürger aus Eversen.

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